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Logo standard RGBVielfalt der Orgel erlebt

„Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, die Vielfalt der Orgeln zu sehen und zu spielen!“

So lautete die einstimmige Meinung aller Beteiligten, die am 19. Juli 2017 an der Orgelfahrt nach Schmallenberg, Ostönnen und Soest teilnahmen.

Projektleiterin des Orgelverbundes Westfalen, Anne Temmen-Bracht, hatte diese Fahrt organisiert, veranstaltet wurde sie vom Verein Westfalen-Initiative. Mit dabei waren Tomasz A. Nowak (Professor an der Hochschule für Musik in Detmold), Johannes Kalsow (Fotograf), Alexander Toepper (2. Organist an St. Lamberti, Münster) und einige Studenten der Klasse von Tomasz A. Nowak.

Die Westfalen-Initiative hat es sich in ihren Orgel-Projekten besonders zum Ziel gemacht, auf kleinere Betriebe in ländlichen Regionen aufmerksam zu machen. So startete die Fahrt von Münster aus mit dem ersten Ziel:

WI JK Orgelfahrt 7 17 103Orgelbau Oppel in Schmallenberg

Dass dieser Betrieb gar nicht so klein ist, stellte sich bei der Ankunft schnell heraus. Orgelbaumeister Stefan Oppel beschäftigt derzeit 7 Mitarbeiter und plant, seine Werkstatt auszubauen. Sein Team besteht aus jungen und sehr motivierten Mitarbeitern. Interessant war besonders die Begegnung von jungen Kirchenmusikern / Organisten und jungen Orgelbauern, die beide aus unterschiedlichen Richtungen auf dieses außergewöhnliche Instrument schauen.
Wir wurden sehr herzlich und gastfreundlich empfangen, und Oppel und sein Team beantworteten geduldig die Fachfragen aller Anwesenden.

Oppel multi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Orgelklänge aus dem 15. Jahrhundert
Von Schmallenberg ging es dann nach Ostönnen, wo wir Orgelklänge aus dem 15. Jahrhundert erleben durften. Alexander Toepper spielte „Daphne“, ein Orgelstück eines anonymen Meisters, welches hervorragend zu der Orgel passte. Es ist für jeden Organisten etwas Besonderes, auf solch historischen Orgeln spielen zu dürfen und etwas „vom Geist der Zeit“ zu atmen!
Walter Kallenbach vom Förderverein Ostönnener Orgel erklärte die Besonderheiten der historischen Kirche und ihrer berühmten Orgel.

Ostönnen multi

Interessantes Portativ und mehr in Soest
In Soest besichtigte die Gruppe zunächst die Domorgel, die Domorganist Stefan Madrzak mit einer Improvisation vorstellte. Hier erwartete die Gruppe außerdem eine Überraschung: Madrzak hatte neben der großen Orgel auch ein sehr interessantes Portativ und ein Regal zu bieten.
Vom Dom aus ging es dann zur Alexander-Schuke-Orgel der St. Thomae-Kirche, an der Marcel Eliasch spontan die Orgel vorführte. Simon Brüggeshemke spielte ein filigranes Variaionsstück, Ignacio Alarcon intonierte ein chilenisches Volkslied und Eric Strohmeier spielte eine kleine Improvisation.
Anschließend wurde die St. Pauli-Kirche besichtigt, in der Organistin Annette Elisabeth Arnsmeier die Walcker-Orgel vorstellte. Diese stand in einem großen klanglichen Kontrast zur Ostönnener Orgel, welche sehr laut und direkt klingt. Die Walcker-Orgel bezauberte durch weiche und ätherische Klänge.
Auch die Späth-Orgel in St. Petri, dem weiteren Arbeitsplatz von Annette Arnsmeier, bot ein eindrucksvolles Spiel-und Klangerlebnis.
Die Fahrt klang mit einem Abendessen im historischen Brauhaus „Zwiebel“ aus.

Soest

Fazit: Ein inspirierender und lehrreicher Tag, der besonders für die jungen Nachwuchs-Organisten spannend war. Denn wo bekommen Interessierte so viele verschiedene Orgeln, Spielmöglichkeiten und unterschiedliche Klangfarben geboten wie auf einer Orgelfahrt?!

Die nächsten Einladungen für weitere Exkursionen stehen schon aus.